
„Der Teufel hole meinen Ruf!
Eine Arbeit brauche ich!
Ein Einkommen brauche ich!
Ich berste vor Neid, wenn ich eure Frauen, Automobile und eure Landhäuser sehe …“
G. B. Shaw
„Der Arzt am Scheideweg“, 1
(Dr. Ridgeon)
Der Wahnsinn hat Methode ► Lieber eine schlechte Presse als gar keine ► Ein Film von Gerhard-Stefan Neumann ►
Einen schönen guten Tag liebe Zuschauer und Zuschauerinnen, liebe Freunde und Freundinnen …

Früher war alles besser? Na ja, zumindest die schlechte Presse! Ich habe mal in meinem umfangreichen Archiv gekramt und gestöbert und dieser Beitrag ist dabei heraus gekommen – ein nostalgischer Blick zurück in die analoge Medienwelt und ein lustiger Ausflug in die tückische Aufmerksamkeitsökonomie der Social-Media-Ära. Viel Spass dabei.
Stellen wir uns vor:
Es ist das Jahr 1985. Du bist ein aufstrebender Künstler, ein ambitionierter Unternehmer oder das nächste große Popsternchen. Dein größtes Problem? Vielleicht, dass deine Radioplatte nur im örtlichen Sender läuft oder dass die Dorfzeitung deine Affäre mit der Sekretärin groß aufmacht – aber hey, wenigstens erzählen sie über dich, und das Tag für Tag!

Damals war der Spruch „Lieber eine schlechte Presse als gar keine“ nicht nur ein geflügeltes Wort, sondern fast schon ein Mantra. Warum? Weil News noch analog waren, Nachrichten konnten nicht innerhalb von Sekunden global verbreitet werden, und Skandale hatten eine halbwegs humane Halbwertszeit. Ein Shitstorm, bevor es das Internet gab? Fehlanzeige!
Erstens:
Nachrichten brauchten ihre Zeit. Du konntest also erst mal in Ruhe einen Kaffee trinken, während irgendwo die erste negative Schlagzeile gedruckt wurde. Der Schaden? Lokal begrenzt und mit etwas Glück überschaubar.
Zweitens:
Skandale wurden entweder im Abendprogramm diskutiert oder im Radiosender seicht herunter gespült. Die Reichweite war riesig, aber nicht von Dauer und vor allem nicht personalisiert. Man konnte sich also „verschanzen“ – quasi wie eine Schildkröte, die den Kopf einzieht.
Drittens:
Krisenkommunikation bedeutete vor allem eines: Geduld. „Abwarten, Tee trinken und dann nett erklären“ – heute klingt das fast antiquiert, aber früher funktionierte das wirklich oft.
Viertens:

Ein Image ließ sich nicht mal eben im Minutentakt zerreißen und wieder aufbauen. Es war eher so wie ein großer, schwerfälliger Dampfer auf rauer See: Er braucht Zeit zum Wenden.
Das war einmal und nun Willkommen im Heute und Jetzt – von nun an gehen wir viral – Willkommen im Zeitalter der Aufmerksamkeit.
Willkommen im 21. Jahrhundert! Heute, wo jedes Smartphone als Mini-Live-Studio dient und die Social-Media-Algorithmen wie hungrige Haie am Futtertrog gieren, ist nichts mehr so, wie es war. Jetzt gilt:
Aufmerksamkeit ist die neue Währung:
Und sie wird gehandelt auf den Börsenplätzen von Instagram, TikTok, YouTube & Co.
Emotionen sind das Gold:
Wut, Drama, Empörung – diese Gefühle sorgen für Klicks, Shares und Kommentare.
Kontroverse ist Kalkül:
Influencer und Marken provozieren gezielt, um viral zu gehen und ihre Reichweite zu maximieren.
Cancel Culture macht Jagd:

Ein Fauxpas genügt manchmal, und schon ist die öffentliche Verurteilung am Start. Screenshots und Videos vergessen nichts.
Nun, meine sehr verehrten Damen und Herren und liebe Freunde und Freundinnen – was bedeutet das konkret?
Ein Fehltritt verbreitet sich heute global, schneller als du „Hashtag“ sagen kannst. Früher dauerte es Tage, bis eine Geschichte Fahrt aufnahm, heute sind es Minuten. Innerhalb von Stunden können ganze Karrieren in sich zusammenbrechen, selbst Jahre später tauchen alte Skandale wieder auf und vernichten das Image.
Die Zeit der gemütlichen Krisen-PR ist vorbei – hier geht es um Sekunden, nicht um Wochen! Wer heute „schlechte Presse“ macht, spielt mit Feuer. Das Risiko, als „der Typ mit dem Skandal“ in Erinnerung zu bleiben, ist größer als je zuvor.
Und jetzt wird es richtig heftig – jetzt geht es zur Sache:
Das Phänomen von „Cancel-Baiting“ und andere skurrile Strategien.
Manche versuchen, die neue Aufmerksamkeitsökonomie zu ihrem Vorteil zu nutzen. „Cancel-Baiting“ heißt die Masche:
Erst eskalieren, dann Entschuldigungs-Video raus, und schon rollt die nächste Welle. Klingt verrückt? Ist es auch!

Andere setzen auf inszenierte Dramen und polarisierende Statements. Je kontroverser, desto besser – denn die Algorithmen lieben es, wenn Nutzer emotional reagieren und aktiv werden.
Ein gutes Beispiel: Reality-TV-Stars, die ihre eigene Karriere an Bruchstellen bauen und dabei Milliarden Views generieren. Oder Marken, die bewusst zwischen Genie und Wahnsinn balancieren, um in Erinnerung zu bleiben.
Und nun die Frage aller Frage: Wann funktioniert „schlechte Presse“ noch?
Aus meiner langjährigen Erfahrung als Journalist, Schreiber, Texter und Werber bin ich zu folgenden Einsichten gelangt:

Unbekannte Produkte oder Personen profitieren durchaus von negativer Publicity. Sie schaffen Aufmerksamkeit, die sonst schwer zu bekommen wäre.
Aber bei etablierten Marken ist Vorsicht geboten. Wird das Kernimage getroffen (Ethik, Werte, Sicherheit), kann schlechte Presse mehr schaden als nützen.
In der Unterhaltungsbranche (Musik, Film, Influencer) wirkt Drama oft als Entertainment. Das Publikum konsumiert Chaos gern, solange genug Spaß bleibt.
Normale Unternehmen und Politiker haben oft das Nachsehen. Sie riskieren langfristigen Reputationsverlust, Boykotte und verlorene Geschäftsbeziehungen.
Und dies die Kehrseite der Medaille – Warum Schockstrategie kein Selbstläufer ist.
Viele tappen in dieselbe Falle: Sie setzen auf Skandale, Drama und Provokationen, um schnell viral zu gehen. Klar, kurzfristig kann das gut gehen – mehr Follower, mehr Merchandising Verkäufe, mehr Aufmerksamkeit.

Aber und ich gebe zu Bedenken:
Die Plattformen ändern sich ständig. Algorithmen werden angepasst, Werbekunden verlangen „Brand Safety“, und die Nutzer werden kritischer.
Das Publikum ist irgendwann müde. Drama und Empörung verlieren ihren Reiz, wenn sie inflationär werden.
Ohne Substanz gibt es keinen nachhaltigen Erfolg. Wer nur Schock liefert, wird zur Lachnummer oder schlimmer: zum „Skandalopfer“, das niemand mehr ernst nimmt.
Und es geht ja noch weiter:
Früher war schlechte Presse meist ein Unfall mit begrenzter Halbwertszeit. Heute ist sie oft eine Strategie – bewusst eingesetzt im hyper-kompetitiven Kampf um Aufmerksamkeit. Aber die Waage kippt zunehmend zugunsten des Risikos:
Das Potenzial für echten, bleibenden Schaden ist enorm gewachsen.
Wer geschickt ist, nutzt kurze Provokationen und lenkt schnell auf positives oder echtes Talent um. Die Mehrheit überschätzt ihre Kontrolle über das Narrativ und fällt auf die Tücken der Social-Media-Dynamik herein.
Es ist fast wie eine neue Evolutionsstufe:

Nur die schlausten „Bad Boys and Girls“ überleben im Dschungel der Online-Welt – oder besser gesagt, die, die schnell provozieren und noch schneller wieder verschwinden wie Ninja-Katzen auf einem heißen Dach.

Letztlich zeigt uns die Geschichte der „schlechten Presse“ eins ganz klar: Technologie verändert nicht nur, wie wir kommunizieren, sondern auch, wie wir uns selbst und unsere Fehler sehen. Vielleicht ist es an der Zeit, sich daran zu erinnern, dass echte Substanz wichtiger ist als jeder noch so dramatische Shitstorm. Und manchmal hilft auch ein guter alter Tee – ganz ohne Livestream.
Danke, dass ihr mich auf dieser humorvollen Reise durch Mediengeschichte und digitale Aufmerksamkeitsökonomie begleitet habt! Bleibt kritisch, bleibt lustig – und denkt daran:
Nicht jede schlechte Presse verdient eure Zeit.
Meine sehr verehrten Damen und Herren und meine lieben Freunde und Freundinnen, das soll es für heute und in aller Kürze gewesen sein.

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Deutschland, Deutschland über alles, über alles wächst mal Gras. Ist das Gras so’n Stück gewachsen, frisst’s ein Schaf und sagt: Das war’s.
Na denn, meine sehr verehrten Damen und Herren und liebe Freunde, denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht, ich kann nicht mehr die Augen schließen und meine heißen Tränen fließen. Deutschland hat ewigen Bestand, es ist ein kerngesundes Land! Mit seinen Eichen, seinen Linden werde ich es immer wiederfinden.
Das war ein Auszug aus den Nachtgedanken von Heinrich Heine …
Na denn – ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag, einen schönen Abend und gute Nacht und bleiben Sie gesund!

Gerhard-Stefan Neumann is a German blogger, photographer and journalist who deals with the topics of photography, media, fashion, politics and social media. He is married to his wife Stephanie and has two now-married children, Stephan and Stephanie, who also work in journalism. His work can be found on Flickr, YouTube, and X (formerly Twitter).
Gerhard-Stefan Neumann ► Freier Journalist ► Norikerstr. 19 ► 90402 Nürnberg ► Phone 01577 6 31 06 73 ► E-MAIL-Adresse ► mailto:buero@gerhardstefanneumann.de ► Internet ► https://www.gerhardstefanneumann.de/ ►


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