Der Wahnsinn hat Methode ► Lieber eine schlechte Presse als gar keine ► Ein Film von Gerhard-Stefan Neumann ►

Gerhard-Stefan Neumann ► Photographed by Stephanie Neumann ►
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„Der Teufel hole meinen Ruf!

Eine Arbeit brauche ich!

Ein Einkommen brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure Frauen, Automobile und eure Landhäuser sehe …“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)


Der Wahnsinn hat Methode ► Lieber eine schlechte Presse als gar keine Ein Film von Gerhard-Stefan Neumann


Einen schönen guten Tag liebe Zuschauer und Zuschauerinnen, liebe Freunde und Freundinnen …

Influence ► Created by Gerhard-Stefan Neumann
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Früher war alles besser? Na ja, zumindest die schlechte Presse! Ich habe mal in meinem umfangreichen Archiv gekramt und gestöbert und dieser Beitrag ist dabei heraus gekommen – ein nostalgischer Blick zurück in die analoge Medienwelt und ein lustiger Ausflug in die tückische Aufmerksamkeitsökonomie der Social-Media-Ära. Viel Spass dabei.

Stellen wir uns vor:

Es ist das Jahr 1985. Du bist ein aufstrebender Künstler, ein ambitionierter Unternehmer oder das nächste große Popsternchen. Dein größtes Problem? Vielleicht, dass deine Radioplatte nur im örtlichen Sender läuft oder dass die Dorfzeitung deine Affäre mit der Sekretärin groß aufmacht – aber hey, wenigstens erzählen sie über dich, und das Tag für Tag!

Influence ► Created by Gerhard-Stefan Neumann
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Damals war der Spruch „Lieber eine schlechte Presse als gar keine“ nicht nur ein geflügeltes Wort, sondern fast schon ein Mantra. Warum? Weil News noch analog waren, Nachrichten konnten nicht innerhalb von Sekunden global verbreitet werden, und Skandale hatten eine halbwegs humane Halbwertszeit. Ein Shitstorm, bevor es das Internet gab? Fehlanzeige!

Erstens:

Nachrichten brauchten ihre Zeit. Du konntest also erst mal in Ruhe einen Kaffee trinken, während irgendwo die erste negative Schlagzeile gedruckt wurde. Der Schaden? Lokal begrenzt und mit etwas Glück überschaubar.

Zweitens:

Skandale wurden entweder im Abendprogramm diskutiert oder im Radiosender seicht herunter gespült. Die Reichweite war riesig, aber nicht von Dauer und vor allem nicht personalisiert. Man konnte sich also „verschanzen“ – quasi wie eine Schildkröte, die den Kopf einzieht.

Drittens:

Krisenkommunikation bedeutete vor allem eines: Geduld. „Abwarten, Tee trinken und dann nett erklären“ – heute klingt das fast antiquiert, aber früher funktionierte das wirklich oft.

Viertens:

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Ein Image ließ sich nicht mal eben im Minutentakt zerreißen und wieder aufbauen. Es war eher so wie ein großer, schwerfälliger Dampfer auf rauer See: Er braucht Zeit zum Wenden.
Das war einmal und nun Willkommen im Heute und Jetzt – von nun an gehen wir viral – Willkommen im Zeitalter der Aufmerksamkeit.
Willkommen im 21. Jahrhundert! Heute, wo jedes Smartphone als Mini-Live-Studio dient und die Social-Media-Algorithmen wie hungrige Haie am Futtertrog gieren, ist nichts mehr so, wie es war. Jetzt gilt:
Aufmerksamkeit ist die neue Währung:

Und sie wird gehandelt auf den Börsenplätzen von Instagram, TikTok, YouTube & Co.
Emotionen sind das Gold:

Wut, Drama, Empörung – diese Gefühle sorgen für Klicks, Shares und Kommentare.
Kontroverse ist Kalkül:

Influencer und Marken provozieren gezielt, um viral zu gehen und ihre Reichweite zu maximieren.
Cancel Culture macht Jagd:

Influence ► Created by Gerhard-Stefan Neumann
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Ein Fauxpas genügt manchmal, und schon ist die öffentliche Verurteilung am Start. Screenshots und Videos vergessen nichts.
Nun, meine sehr verehrten Damen und Herren und liebe Freunde und Freundinnen – was bedeutet das konkret?

Ein Fehltritt verbreitet sich heute global, schneller als du „Hashtag“ sagen kannst. Früher dauerte es Tage, bis eine Geschichte Fahrt aufnahm, heute sind es Minuten. Innerhalb von Stunden können ganze Karrieren in sich zusammenbrechen, selbst Jahre später tauchen alte Skandale wieder auf und vernichten das Image.
Die Zeit der gemütlichen Krisen-PR ist vorbei – hier geht es um Sekunden, nicht um Wochen! Wer heute „schlechte Presse“ macht, spielt mit Feuer. Das Risiko, als „der Typ mit dem Skandal“ in Erinnerung zu bleiben, ist größer als je zuvor.

Und jetzt wird es richtig heftig – jetzt geht es zur Sache:

Das Phänomen von „Cancel-Baiting“ und andere skurrile Strategien.
Manche versuchen, die neue Aufmerksamkeitsökonomie zu ihrem Vorteil zu nutzen. „Cancel-Baiting“ heißt die Masche:

Erst eskalieren, dann Entschuldigungs-Video raus, und schon rollt die nächste Welle. Klingt verrückt? Ist es auch!

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Andere setzen auf inszenierte Dramen und polarisierende Statements. Je kontroverser, desto besser – denn die Algorithmen lieben es, wenn Nutzer emotional reagieren und aktiv werden.
Ein gutes Beispiel: Reality-TV-Stars, die ihre eigene Karriere an Bruchstellen bauen und dabei Milliarden Views generieren. Oder Marken, die bewusst zwischen Genie und Wahnsinn balancieren, um in Erinnerung zu bleiben.

Und nun die Frage aller Frage: Wann funktioniert „schlechte Presse“ noch?

Aus meiner langjährigen Erfahrung als Journalist, Schreiber, Texter und Werber bin ich zu folgenden Einsichten gelangt:

Influence ► Created by Gerhard-Stefan Neumann
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Unbekannte Produkte oder Personen profitieren durchaus von negativer Publicity. Sie schaffen Aufmerksamkeit, die sonst schwer zu bekommen wäre.
Aber bei etablierten Marken ist Vorsicht geboten. Wird das Kernimage getroffen (Ethik, Werte, Sicherheit), kann schlechte Presse mehr schaden als nützen.

In der Unterhaltungsbranche (Musik, Film, Influencer) wirkt Drama oft als Entertainment. Das Publikum konsumiert Chaos gern, solange genug Spaß bleibt.
Normale Unternehmen und Politiker haben oft das Nachsehen. Sie riskieren langfristigen Reputationsverlust, Boykotte und verlorene Geschäftsbeziehungen.

Und dies die Kehrseite der Medaille – Warum Schockstrategie kein Selbstläufer ist.
Viele tappen in dieselbe Falle: Sie setzen auf Skandale, Drama und Provokationen, um schnell viral zu gehen. Klar, kurzfristig kann das gut gehen – mehr Follower, mehr Merchandising Verkäufe, mehr Aufmerksamkeit.

Influence ► Created by Gerhard-Stefan Neumann
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Aber und ich gebe zu Bedenken:
Die Plattformen ändern sich ständig. Algorithmen werden angepasst, Werbekunden verlangen „Brand Safety“, und die Nutzer werden kritischer.
Das Publikum ist irgendwann müde. Drama und Empörung verlieren ihren Reiz, wenn sie inflationär werden.

Ohne Substanz gibt es keinen nachhaltigen Erfolg. Wer nur Schock liefert, wird zur Lachnummer oder schlimmer: zum „Skandalopfer“, das niemand mehr ernst nimmt.

Und es geht ja noch weiter:
Früher war schlechte Presse meist ein Unfall mit begrenzter Halbwertszeit. Heute ist sie oft eine Strategie – bewusst eingesetzt im hyper-kompetitiven Kampf um Aufmerksamkeit. Aber die Waage kippt zunehmend zugunsten des Risikos:



Das Potenzial für echten, bleibenden Schaden ist enorm gewachsen.

Wer geschickt ist, nutzt kurze Provokationen und lenkt schnell auf positives oder echtes Talent um. Die Mehrheit überschätzt ihre Kontrolle über das Narrativ und fällt auf die Tücken der Social-Media-Dynamik herein.

Es ist fast wie eine neue Evolutionsstufe:

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Nur die schlausten „Bad Boys and Girls“ überleben im Dschungel der Online-Welt – oder besser gesagt, die, die schnell provozieren und noch schneller wieder verschwinden wie Ninja-Katzen auf einem heißen Dach.

Influence ► Created by Gerhard-Stefan Neumann
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Letztlich zeigt uns die Geschichte der „schlechten Presse“ eins ganz klar: Technologie verändert nicht nur, wie wir kommunizieren, sondern auch, wie wir uns selbst und unsere Fehler sehen. Vielleicht ist es an der Zeit, sich daran zu erinnern, dass echte Substanz wichtiger ist als jeder noch so dramatische Shitstorm. Und manchmal hilft auch ein guter alter Tee – ganz ohne Livestream.

Danke, dass ihr mich auf dieser humorvollen Reise durch Mediengeschichte und digitale Aufmerksamkeitsökonomie begleitet habt! Bleibt kritisch, bleibt lustig – und denkt daran:

Nicht jede schlechte Presse verdient eure Zeit.

Meine sehr verehrten Damen und Herren und meine lieben Freunde und Freundinnen, das soll es für heute und in aller Kürze gewesen sein.

Influence ► Created by Gerhard-Stefan Neumann
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Bitte, besuchen Sie meinen Blog. Und wenn Ihnen der eine oder Beitrag gefällt, dann versehen Sie ihn bitte mit einem Like und geben Sie den Link an Bekannte und Freunde weiter. Ich weiß, diese Bitte haben viele Kollegen und Kolleginnen und meistens ist mehr als lästig aber anders können wir unsere Blogs leider nicht finanzieren. Reichtümer erwerben damit sowieso nicht und ich bin mehr denn je auf Eure und Ihre Unterstützung angewiesen.

Ich habe mir erlaubt, am Schluss dieses Video Beitrages mein Spendenkonto einzublenden und ich bin für jede Ihrer oder Eurer Zuwendung sehr dankbar und sie auch noch so klein.

Deutschland, Deutschland über alles, über alles wächst mal Gras. Ist das Gras so’n Stück gewachsen, frisst’s ein Schaf und sagt: Das war’s.

Na denn, meine sehr verehrten Damen und Herren und liebe Freunde, denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht, ich kann nicht mehr die Augen schließen und meine heißen Tränen fließen. Deutschland hat ewigen Bestand, es ist ein kerngesundes Land! Mit seinen Eichen, seinen Linden werde ich es immer wiederfinden.

Das war ein Auszug aus den Nachtgedanken von Heinrich Heine …

Na denn – ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag, einen schönen Abend und gute Nacht und bleiben Sie gesund!


Gerhard-Stefan Neumann ► Photographed by Stephanie Neumann ►
Gerhard-Stefan Neumann ► Photographed by Stephanie Neumann ►

Gerhard-Stefan Neumann is a German blogger, photographer and journalist who deals with the topics of photography, media, fashion, politics and social media. He is married to his wife Stephanie and has two now-married children, Stephan and Stephanie, who also work in journalism. His work can be found on Flickr, YouTube, and X (formerly Twitter).


Gerhard-Stefan Neumann ► Freier Journalist ► Norikerstr. 19 ► 90402 NürnbergPhone 01577 6 31 06 73E-MAIL-Adresse ► mailto:buero@gerhardstefanneumann.deInternet ► https://www.gerhardstefanneumann.de/


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La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann …

Gerhard-Stefan Neumann Media TV Blog
Gerhard-Stefan Neumann Media TV Blog

 „Der Teufel hole meinen Ruf!

Eine Arbeit brauche ich!

Ein Einkommen brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure schönen Frauen, eure edlen Automobile und eure teuren Landhäuser sehe …“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

„La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann …“

La Gomera: Die kleinste Insel der Kanarischen Inseln ist zu jeder Jahreszeit ein ideales Reiseziel.

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

Nürnberg. (gsn) – Liebhaber schwärmen von ihrer Urwüchsigkeit und bezeichnen sie als einzigartiges und unverdorbenes Juwel. Ihre Freunde sind von der landschaftlichen Schönheit beeindruckt. Selbst flüchtige Bekannte geraten beim Anblick der smaragdgrünen Bananenplantagen in Begeisterung. Das Heer ihrer Anhänger und Verehrer geht in die zigtausende. Ob stressgeplagter Manager, Erholungssuchender Naturmensch, Wanderer mit sportlichen Ambitionen oder gar „Aussteiger“ – sie alle sind ihrem unvergleichlichen Charme erlegen. Dabei hat sie auf den ersten Blick hin keine besonderen Attraktionen zu bieten. Sie besitzt keine kilometerlangen Sandstrände, keine Hotelburgen – und mit dem Nachtleben ist es auch nicht weit her. Ihre Qualitäten blühen sozusagen im Verborgenen, werden erst auf den zweiten Blick sichtbar. Das Geheimnis ihrer anmutigen Schönheit liegt in der schon erwähnten Landschaft mit den alten Dörfern, die wie Schwalbennester an steil terrassierten Berghängen platziert sind.

Nicht zu vergessen die herzlichen und liebenswürdigen Einwohner, die mit harter Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

Die Rede ist von La Gomera, dem unvergleichlichen Juwel der Kanaren. Oder wie das Eiland auch gerne genannt wird – Insel des Kolumbus. Der große spanische Seefahrer machte 1492 im Hafen der Inselhauptstadt San Sebastian Station um Wasser und Vorräte aufzufüllen. Danach erst schickte er sich an, die neue Welt zu entdecken.

La Gomera ist eine der kleinsten der Kanarischen Inseln. Von der Hauptinsel Teneriffa ist sie 25 Kilometer und vom afrikanischen Festland etwa 370 Kilometer entfernt. Ihre Küstenlänge beträgt 98 Kilometer, wovon 83 Kilometer reine Steilküste sind. An Stränden hat sie rund 15 Kilometer aufzuweisen, der Anteil an Sandstränden beläuft sich auf ganze 500 Meter.

Vielleicht oder gerade deswegen konnte sich auf La Gomera kein Massentourismus entwickeln.

Jede Bekanntschaft mit La Gomera beginnt und endet in der Inselhauptstadt San Sebastian. Ob Geschäftsmann, Handwerker, Lieferant oder Tourist – die imposante Fähre der Ferry Gomera spült sie zielsicher, wenn auch manchmal arg sturmgebeutelt, an Land. Lange Zeit war der natürliche und geschützte Hafen der maritime Verbindungspunkt zwischen Alter und Neuer Welt.

In der 1490 erbauten gotischen Kirche Igiesia de la Asuncion betete Kolumbus und erflehte den göttlichen Segen. Wie wir inzwischen wissen, hat er ihn erhalten.

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

Zentrum von San Sebastian ist die Plaza de America. Unter dem Schatten der Riesenlorbeerbäume trifft sich in heutiger Zeit die Jugend Europas. Große Auswahl an Sport und Unterhaltung hat sie allerdings nicht: die wenigen Bars und Cafes rund um die Plaza sind die Ausnahme. Dafür rücken die Filialen spanischer und europäischer Großbanken immer näher. Zum Glück für die Einheimischen und auch die zahlreichen Gäste aus aller Welt konnte die „Silo-Zement-Bauweise“ gerade noch rechtzeitig abgewendet werden.

Ähnliches gilt für die Playa de Santiago. Noch vor dem ersten Weltkrieg wohnten hier sehr wenig Menschen. Der Hauptgrund hierfür muss der chronische Mangel an Wasser gewesen sein. Eine Was­serversorgung, die halbwegs unseren Vorstellungen entspricht, existiert auf La Gomera erst seit den späten dreißiger Jahren. In jenen sehr schwierigen Zeiten hausten die Inselbewohner in Höhlen, die in den Fels gehauen waren. Diese äußerst bescheidenen Unterkünfte werden inzwischen nur noch als Lagerräume und Stallungen genutzt. Heute gibt es an der Uferpromenade einige kleine Pensionen – Bars und Cafes.

Die neue Hafenmauer tut ein Übriges:

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

unter ihrem Schutz konnte sich ein sehr bescheidenes Fischereiwesen entwickeln. Einen großen Badetourismus lässt schon der steinige Kiesstrand gottlob nicht zu.

Die Haupteinnahmequelle des Ortes ist das Vier-Sterne-Hotel Jardin Tecina. Das architektonische Kleinod liegt auf den etwa fünfzig Meter hohen Klippen der Playa de Santiago und ist ganz im maurischen Stil dorfartig angelegt. Allein der Garten des renommierten Hauses ist ein Erlebnis für sich. Jede einzelne Pflanze, jeder Strauch und jede Palme ist an einem einzigartigen Bewässerungssystem angeschlossen. Mehrere Gärtner sorgen nahezu rund um die Uhr für das Wohlergehen ihrer blühenden Schützlinge.

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

Weniger malerisch geht es im „Tal des großen Königs“ auf der Westseite der Insel zu. Gemeint ist Stadt und Region Valle Gran Rey. Hier wirkt alles geplant, kultiviert und wie von Landschaftsarchitekten entworfen. Die manchmal erschreckende Schönheit des Tales findet ihren Ausdruck in den beeindruckenden mehrere hundert Meter hohen Terrassen, die aus Bergquellen bewässert werden.

Und in diesem „Tal des großen Königs“ sind auch die schlimmsten Bausünden auf La Gomera zu finden. An der Meeresküste der Playa de Valle Gran Rey „stapeln“ sich Hotels, Pensionen und Supermärkte im wahrsten Sinne des Wortes. Und das Schlimmste daran ist, wie lieblos sie in die Landschaft „geklotzt“ wurden.

Das Wortspiel “Tal des großen Königs“ wird dem Guanchenkönig Hupalupa zuge­schrieben, der mit seinem Sohn zusammen eine Mordtat ausheckte, um die Vergewaltigung einer Prinzessin zu rächen. Nach Vollendung der Bluttat soll der König seinen eigenen Sohn und Mitwisser der Tat, getötet haben.

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

Die reizvollsten Orte auf La Gomera sind sicherlich Agulo und Hermigua, die im Norden der Insel liegen. In beiden „Städten“ scheint der Begriff „Zeit“ ein Relikt aus der Vergangenheit zu sein. Sicherlich hat die enorme Abwanderung der Jugend ihren Teil mit dazu beigetragen. So aber sind die beiden Gemeinden von den Errungenschaften moderner Technik und Architektur verschont geblieben. Zum Glück für den Hightech Wohlstandsbürger unserer Tage, der sich so unvermittelt einer urbanen, ja fast unwirklichen Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts gegenüber sieht.

Wirtschaftlich ist auch hier in der nördlichen Region von La Gomera der Niedergang angesagt. Sicherte über viele Jahrzehnte hinweg die kanarische (gomerische) Banane Reichtum und Wohlstand des Archipels, so sind jetzt die Bananen aus Süd- und Mittelamerika auf dem Vormarsch.

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

Absoluter Höhepunkt einer jeden Gomera Reise ist jedoch der Nationalpark Garajonay. Nach alter Sage wurde er nach einem jungen gomerischen Liebespaar benannt, das im Liebesleid auf dem höchsten Punkt der Insel gemeinsam in den Tod ging. Auf einer Fläche von 4000 Hektar ist nun Gomeras subtropischer Regenwald geschützt. Interessierte Laien und Fachleute aus aller Welt können hier die unterschiedlichsten Pflanzenarten in Augenschein nehmen. Lebenswichtig für den Regenwald sind die Passatwinde. Sie streichen aus nördlicher Richtung über die Insel und bilden dicke Wolkenbänke, die dann über Tage hinweg die Gipfel in Dunst und Nebel hüllen, während das Wasser zu Boden fällt und in tiefe, unterirdische Basaltschichten abfließt. Mit Hilfe artesischer Brunnen und einem ausgeklügelten Leitungssystem wird es dann in die trockeneren Regionen der Insel weitergeleitet.

Im Park selbst kann an bestimmten Plätzen gegrillt werden. Und für die ganz Kleinen ist auch gesorgt:

zahlreiche Spielplätze lassen Langeweile erst gar nicht aufkommen. Zudem sind die Gomerienos für ihre Gastfreundschaft berühmt, die so manchen „touristischen Mangel“ wieder ausgleicht.

Übrigens:

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

La Gomera hat das ganze Jahr über Saison. Im Winter erreichen die Temperaturen 20 Grad Celsius und im Sommer 26 Grad Celsius. Dabei haben die schon erwähnten Passatwinde auch eine angenehme Funktion:

die Sonnenhitze wird durch sie entscheidend gemildert – und macht so die heißen Temperaturen erträglich.

So bleibt nur wieder einmal die Hoffnung, dass sich die anderen Ortes gemachten Fehler im Falle La Gomeras nicht wiederholen werden – und, dass die Gomerienos Hand in Hand mit ihrer Inselregierung die schlimmsten „Touristen- Auswüchse“ verhindern können.

La Gomera, die Insel des Kolumbus und unverdorbenes Juwel des kanarischen Archipels – (noch) ein kleines Paradies. Wer weiß wie lange.

Autorenvermerk:

Gerhard-Stefan Neumann

Freier Journalist + Werbetexter (GdbR)

COPYRIGHT © 2000-2019 GERHARD-STEFAN NEUMANN MEDIA TV

Copyright und alle Rechte ausschließlich beim Autor. Nachdruck nur gegen Beleg und Honorar „und nur nach vorheriger Genehmigung gestattet.“

WICHTIG: INFO ZUM ARTIKEL „LA GOMERA“

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

La Gomera wird von allen großen deutschen Reiseveranstaltern angeboten, z.B. TUI, Neckermann, Karstadt, Airtours, der Alpin-Schule Innsbruck und Jahn-Reisen.

Die Anreise erfolgt per Charterflug über den neuen Flughafen von Teneriffa Süd. Die Flugzeit beträgt zwischen fünf und sechs Stunden.

Für Reisende aus “dem Norden und dem Osten der Republik“ kann möglicherweise eine Zwischenübernachtung auf Teneriffa notwendig werden.

Nach der Landung auf Teneriffa-Süd erfolgt der Transfer zum Hafen Los Cristianos – Dauer etwa 30 Minuten.

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

Die Fähre der Ferry Gomera (Olsen-Line) benötigt für die Überfahrt nach La Gomera etwa 90 Minuten die allerdings manchmal etwas stürmisch verlaufen können.

„Angespült“ werden die Gäste im Hafen der Inselhauptstadt San Sebastian. Von dort erfolgt der Transfer zu den gebuchten Hotels.

Die Fahrt zum Hotel Jardin Tecina an der Südseite der Insel dauert z. B. noch einmal 1 1/2 Stunden – die Fahrt nach der Westseite – also Valle Gran Rey nimmt mindestens zwei Stunden in Anspruch. Ähnliches gilt für den Norden der

Insel.

WICHTIG:

DIE ABREISE AUS DEM TAL VALLE GRAN REY ERFOLGT MEISTENS PER TAXI-TRANSFER – UND DIES IN DEN FRÜHEN MORGENSTUNDEN !

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus …

Je nach Lust und Geldbeutel reicht das Hotel-Angebot von zum Teil sehr schönen und preiswerten Privatquartieren, gut ausgestatteten Ferienwohnungen bis zum Spitzenhotel wie z.B. dem 4-Sterne-Hotel Jardin Tecina.

In der Winter-Saison 2019/2020 sind Appartements für 2 Personen an der Playa de Santiago, vierzehn Tage, für runde 1.000 EURO zu haben. Veranstalter:

Karstadt und TUI. (Die Supermärkte sind nah und gut sortiert).

GANZ WICHTIG:

La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus ...
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GÄSTE, DIE PRIVAT ANREISEN, ODER DIE INSEL VON TENERIFFA AUS BESUCHEN WOLLEN, SOLLTEN DIE FÄHRE SCHON IM HIESIGEN REISEBÜRO BUCHEN !

Weitere Fragen beantwortet das Spanische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt am Main, Telefon 069 72 50 33+ 38, Telefax 069 72 53 13.

Literatur:

Unbedingt zu empfehlen (und dies schon vor der Abreise lesen) ist das GOMERA Handbuch (Offizieller Inselführer), erschienen im Conrad Stein Verlag, ISBN 3-922965-48-2, zum Preis von 12 EURO.




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